lic. phil. I Boris Nicolaj Bühler Zürich
   
   
  Home
  Was ist Tai Ji heute?
  Über uns
  Kurse
  Adressen / Kontakt
  Was ist Qi Gong?
  Geschichte des Tai Ji
 

English Version

  Links
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

 

Die Geschichte des Kung Fu

Die Geschichte des Quan Fa (Lehre der Faust), bzw. des Kung Fu (der Begriff wurde erst im 20. Jh. eingeführt und bedeutet frei übersetzt Ununterbrochenes, intensives Arbeiten an der Selbstmeisterung) wird im Allgemeinen mit dem Beginn der Shaolin Klostertradition verbunden und beginnt etwa um 530 nach unserer Zeitrechnung. Zu dieser Zeit soll der Indische Mönch Boddhidharma/Ta Mo von Indien nach China gekommen sein, um dort die Lehre von Buddha zu verbreiten. Nach Überwindung gewisser Widerstände gelangte durch Boddhidharma die Lehre Buddhas zur Befreiung des Leidens der Menschen in die Klöster des Shaolin. Dort unterrichtete er einerseits Atemtechniken, die aus dem Yoga stammten, andererseits diverse Formen der Meditation im Stehen und Sitzen. Diese dienten einerseits der gesundheitlichen Stärkung der Mönche, andererseits waren diese zugleich Meditation zur Erleuchtung des Geistes und um inneren Frieden zu finden. Ta Mo unterrichtete keine Kampfkünste, sondern zog solchem eher die Meditation des Teetrinkens vor.
Da die Lehren des Shaolin von Indien nach China gekommen waren, wurden diese (aus der chinesischen Sichtweise) als „äussere“ Stile bezeichnet (eine andere Bezeichnung lautet auch „harte“ Stile, da die Mönche durch spezielle Übungen ihre Gliedmassen hart wie Stahl machen konnten).
Weil die Mönche aber als Bettelmönche durchs Land zogen, um den Menschen zu helfen und die Lehren Buddhas zu verbreiten, wurden sie teilweise von Dorfrowdies angegriffen und ermordet.
Folglich wurden die Atemtechniken zur spirituellen- und gesundheitlichen Erbauung der Mönche mit alten chinesischen Selbstverteidigungstechniken kombiniert, woraus das entstand, was heute üblicherweise mit Kung Fu identifiziert wird: die Kampf- (eigentlich Selbstverteidigungs-)techniken der Mönche.
Parallel dazu übten diese weiterhin Meditation im Sitzen, sowie diverse weitere Qi Kung (Übungen zur Atemkontrolle) Praktiken. Während die Selbstverteidigungsübungen als „Aktive Meditation“ aufgefasst wurden, dienten die anderen Übungen zur Gesundheitsstärkung, sowie dem spirituellen Aufbau.
Da die Klöster unabhängig waren, boten sie auch Verfolgten Schutz. Durch diese Tatsache wiederum ergab es sich, dass auch Krieger in die Klöster kamen, die aus irgendeinem Grund bei ihrem Feldherrn oder Fürsten in Ungnade gefallen waren. Dort mussten sie ihre Waffen niederlegen, Mönchskleidung annehmen und sich der eisernen Klosterdisziplin unterwerfen – waren sie dazu nicht bereit, mussten sie das Kloster wieder verlassen. Falls sie sich aber ins Klosterleben integrieren konnten, wurden sie allenfalls nach einer Weile angefragt, wie die Waffe, welche sie mitgebracht hatten, denn eingesetzt würde und wurden animiert, die Handhabung zu demonstrieren. Diese Demonstrationen waren folglich Gegenstand klosterinterner Studien und führten dazu, dass ein riesiges Arsenal an damals gebräuchlichen Waffen in die Selbstverteidigungsformen einflossen. Die Mönche studierten die Handhabung dieser Waffen, um letztlich nach Techniken zu suchen, um diese zu überwinden. (Die Bettelmönche durften auf ihren Wanderungen ausser ein paar ganz wenigen persönlichen Dingen nur einen Wanderstock auf sich tragen, woraus sich einerseits der Stockkampf gegen alle anderen Waffen ergab, andererseits zwang die „Besitzlosigkeit“ der Mönche diese dazu, sich auch mit allerlei Alltagsgegenständen wie Essstäbchen, Tassen, Krügen, Tischen etc. verteidigen zu lernen).
In späterer Zeit gelangte das ehemals als klosterinternes Geheimwissen tradierte Selbstverteidigungskonzept aus den Klöstern und wurde zu militärischen Zwecken eingesetzt. Gleichzeitig verbreitete sich das Kung Fu auch im Volk und verbreitete sich in anderen asiatischen Ländern wie Korea, Vietnam, Japan, Thailand, Indonesien, Phillipinen etc., wobei es sich teils stark veränderte.
Im 20.Jh. entstanden aus den ursprünglichen Shaolin Stilen die heutigen Kampfsportarten wie Taek Kwon Do, Karate, Kickboxen und Thaiboxen/Muay Thai, die aber nur noch wenig mit den Wurzeln des Shaolin gemein haben. Heute dominieren diese Stile weniger Aspekte der Gesundheitstärkung, Philosophie, Meditation, Medizin und Selbstverteidigung, sondern eher der Wunsch nach Fitness, nach sportlichem Wetteifer, kollektivem Zeitvertreib und sind meist an kommerzialisierte Rahmenbedingungen gebunden.
Eine jener Schulen, welche heute noch originales Shaolin Kung Fu, Qi Kung und TCM verbreitet, ist die Seow Tin San Athletic Association, Sek Koh Sam Sect in Singapur.

 
 
© 2008 TAI JI QUAN & QI GONG ZÜRICH