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Die
Geschichte des Kung Fu
Die
Geschichte des Quan Fa (Lehre der Faust), bzw. des
Kung Fu (der Begriff wurde erst im 20. Jh. eingeführt
und bedeutet frei übersetzt Ununterbrochenes,
intensives Arbeiten an der Selbstmeisterung) wird
im Allgemeinen mit dem Beginn der Shaolin Klostertradition
verbunden und beginnt etwa um 530 nach unserer Zeitrechnung.
Zu dieser Zeit soll der Indische Mönch Boddhidharma/Ta
Mo von Indien nach China gekommen sein, um dort die
Lehre von Buddha zu verbreiten. Nach Überwindung
gewisser Widerstände gelangte durch Boddhidharma
die Lehre Buddhas zur Befreiung des Leidens der Menschen
in die Klöster des Shaolin. Dort unterrichtete
er einerseits Atemtechniken, die aus dem Yoga stammten,
andererseits diverse Formen der Meditation im Stehen
und Sitzen. Diese dienten einerseits der gesundheitlichen
Stärkung der Mönche, andererseits waren
diese zugleich Meditation zur Erleuchtung des Geistes
und um inneren Frieden zu finden. Ta Mo unterrichtete
keine Kampfkünste, sondern zog solchem eher die
Meditation des Teetrinkens vor.
Da die Lehren des Shaolin von Indien nach China gekommen
waren, wurden diese (aus der chinesischen Sichtweise)
als „äussere“ Stile bezeichnet (eine
andere Bezeichnung lautet auch „harte“
Stile, da die Mönche durch spezielle Übungen
ihre Gliedmassen hart wie Stahl machen konnten).
Weil die Mönche aber als Bettelmönche durchs
Land zogen, um den Menschen zu helfen und die Lehren
Buddhas zu verbreiten, wurden sie teilweise von Dorfrowdies
angegriffen und ermordet.
Folglich wurden die Atemtechniken zur spirituellen-
und gesundheitlichen Erbauung der Mönche mit
alten chinesischen Selbstverteidigungstechniken kombiniert,
woraus das entstand, was heute üblicherweise
mit Kung Fu identifiziert wird: die Kampf- (eigentlich
Selbstverteidigungs-)techniken der Mönche.
Parallel dazu übten diese weiterhin Meditation
im Sitzen, sowie diverse weitere Qi Kung (Übungen
zur Atemkontrolle) Praktiken. Während die Selbstverteidigungsübungen
als „Aktive Meditation“ aufgefasst wurden,
dienten die anderen Übungen zur Gesundheitsstärkung,
sowie dem spirituellen Aufbau.
Da die Klöster unabhängig waren, boten sie
auch Verfolgten Schutz. Durch diese Tatsache wiederum
ergab es sich, dass auch Krieger in die Klöster
kamen, die aus irgendeinem Grund bei ihrem Feldherrn
oder Fürsten in Ungnade gefallen waren. Dort
mussten sie ihre Waffen niederlegen, Mönchskleidung
annehmen und sich der eisernen Klosterdisziplin unterwerfen
– waren sie dazu nicht bereit, mussten sie das
Kloster wieder verlassen. Falls sie sich aber ins
Klosterleben integrieren konnten, wurden sie allenfalls
nach einer Weile angefragt, wie die Waffe, welche
sie mitgebracht hatten, denn eingesetzt würde
und wurden animiert, die Handhabung zu demonstrieren.
Diese Demonstrationen waren folglich Gegenstand klosterinterner
Studien und führten dazu, dass ein riesiges Arsenal
an damals gebräuchlichen Waffen in die Selbstverteidigungsformen
einflossen. Die Mönche studierten die Handhabung
dieser Waffen, um letztlich nach Techniken zu suchen,
um diese zu überwinden. (Die Bettelmönche
durften auf ihren Wanderungen ausser ein paar ganz
wenigen persönlichen Dingen nur einen Wanderstock
auf sich tragen, woraus sich einerseits der Stockkampf
gegen alle anderen Waffen ergab, andererseits zwang
die „Besitzlosigkeit“ der Mönche
diese dazu, sich auch mit allerlei Alltagsgegenständen
wie Essstäbchen, Tassen, Krügen, Tischen
etc. verteidigen zu lernen).
In späterer Zeit gelangte das ehemals als klosterinternes
Geheimwissen tradierte Selbstverteidigungskonzept
aus den Klöstern und wurde zu militärischen
Zwecken eingesetzt. Gleichzeitig verbreitete sich
das Kung Fu auch im Volk und verbreitete sich in anderen
asiatischen Ländern wie Korea, Vietnam, Japan,
Thailand, Indonesien, Phillipinen etc., wobei es sich
teils stark veränderte.
Im 20.Jh. entstanden aus den ursprünglichen Shaolin
Stilen die heutigen Kampfsportarten wie Taek Kwon
Do, Karate, Kickboxen und Thaiboxen/Muay Thai, die
aber nur noch wenig mit den Wurzeln des Shaolin gemein
haben. Heute dominieren diese Stile weniger Aspekte
der Gesundheitstärkung, Philosophie, Meditation,
Medizin und Selbstverteidigung, sondern eher der Wunsch
nach Fitness, nach sportlichem Wetteifer, kollektivem
Zeitvertreib und sind meist an kommerzialisierte Rahmenbedingungen
gebunden.
Eine jener Schulen, welche heute noch originales Shaolin
Kung Fu, Qi Kung und TCM verbreitet, ist die Seow
Tin San Athletic Association, Sek Koh Sam Sect in
Singapur. |